AD(H)S

Der Teufelskreis

In der Schule werden AD(H)S-Kinder mit Anforderungen an Ruhe, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit konfrontiert, denen sie oft nicht gewachsen sind. In der Familie wird die Bewältigung der Hausaufgaben häufig zum Kernproblem. Wegen der schlechten Leistungen und der ständigen Kritik von Seiten der Lehrer, Eltern und auch Mitschüler verlieren die Kinder schnell die Lust am Lernen (vgl. Döpfner, Manfred / Schürmann, Stepanie / Lehmkuhl, Gerd 2000, S. 32f).

Das Kind droht in einen Teufelskreis zu geraten. Dieser Teufelskreis besteht aus vielen Ermahnungen, einem zunehmend negativen und strafenden Umgang mit dem Kind sowie der Schwierigkeit der Eltern, in der Erziehung konsequent zu bleiben. Der Umstand, dass durch die genetische Komponente meist auch ein Elternteil von AD(H)S betroffen ist, kann die häusliche Situation zusätzlich erschweren.

Die vermehrt erlebten Misserfolge können beim Kind und seiner Umwelt  unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Das eine reagiert depressiv und zieht sich zurück, während ein anderes sich aggressiv und oppositionell verhält. Zu Grunde liegen beiden Reaktionen die Frustration über das eigene Versagen. Dieses misst sich an den Ansprüchen der Umwelt.

Gesteigerter Druck, Ärger und Enttäuschung auf Seiten der oft überforderten Pädagogen und Eltern verstärkt dieses Gefühl noch. Die Schwierigkeiten schaukeln sich hoch. Das Kind fühlt sich missverstanden. Schließlich mangelt es ihm doch nicht an gutem Willen, sondern an der Fähigkeit zur Umsetzung des Willens. (vgl. Czerwenka, Kurt 1994, S. 80)

Die Angst und das negative Selbstkonzept (Misserfolgserwartung) blockieren und erschweren die Lernsituation zusätzlich, was eine eigendynamische Abwärtsspirale in Gang setzt, die im schlimmsten Falle in Depressionen, Drogenmissbrauch, Dissozialität und Kriminalität sowie einer beruflichen Entwicklung weit unter den tatsächlichen vorhandenen Möglichkeiten münden kann. (vgl. Born, Armin / Oehler, Claudia 2004, S.45ff)                                            
Da die Kinder häufig von verhaltensunauffälligen Gleichaltrigen zurückgewiesen werden, schließen sie sich eher anderen auffälligen Kindern an, was das dissoziale Verhalten verstärken kann. Die Kinder machen im Teufelskreis auch die Erfahrung, dass sie durch ihr oppositionelles Verhalten gelegentlich erfolgreich sind und sie lernen nicht in ausreichendem Maße, ihre aggressiven Gefühle zu kontrollieren und Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen.

Die Negativ-Erfahrungs-Spirale - ein Teufelskreis
Dieser Teufelskreis der Entmutigung muss unbedingt durchbrochen werden. Und das ist auch möglich. Je früher AD(H)S erkannt wird, umso besser kann die nötige Unterstützung angeboten werden. Mit positiven Erfahrungen wächst die Motivation. Auch etwas Anstrengendes zu meistern- und ein wachsendes Selbstbewusstsein bringt eine gute Persönlichkeits-Entwicklung auf den Weg. (vgl. Aust-Claus, Elisabeth / Hammer, Petra-Marina 2001, S. 159)

Die Positiv-Erfahrungs-Spirale: Raus aus dem Teufelskreis
Diese Spirale der positiven Erfahrungen ist lebenswichtig für jedes AD(H)S-Kind. Denn auch diese Kinder haben ihre Stärken. Nur wenn diese Stärken entdeckt und gefördert werden, können die Schwächen so gemildert werden, dass aus dem Teufelskreis der Negativ-Erfahrung eine positive Erfahrungs-Spirale wird.
(vgl. ebd.)

Schlussfolgerung:
Die positiven Effekte von Tieren liegen somit im sozialen und emotionalen Bereich.

Das Tier nimmt den Menschen so an wie er ist. Er muss nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen, an denen das AD(H)S-Kind immer wieder aneckt. Das Tier hat keine Erwartungshaltung an das Kind. Es gibt ihm das Gefühl angenommen zu sein. Missverständnisse durch falsche analoge Kommunikation können einfach wieder reguliert werden, indem sich das Kind angemessen dem jeweiligen Tier gegenüber verhält. Tiere sind nicht nachtragend - kleine Fehler werden sofort verziehen. Die Kommunikation kann erneut aufgenommen werden. Sorgen und Nöte können dem Tier vertrauensvoll mitgeteilt werden, denn ein Tier petzt nicht! Eine tiefe Vertraut- und Verbundenheit kann entstehen, die sich positiv auf das Selbstwertgefühl und Sozialverhalten des Kindes auswirkt. Depressionen und Angstzustände können überwunden werden.
Authentische Verhaltensweisen werden so geübt und gefestigt

In der Praxis zeigt sich dies am Einsatz mit Tieren in Bezug auf Verminderung von Verhaltensauffälligkeiten, Phobien, Ängsten, beim Erwerb neuer erwünschter Verhaltensweisen oder beim Training von sozialen Kompetenzen.


Dauer einer Einzeltherapie: 1 Stunde

Empfehlung: 1 Stunde  in der Woche über mindestens 10 Wochen Einzeltherapie, sowie die Teilnahme an einem integrativen Gruppenprojekt (Zirkus oder Indianer).

Vorträge zum Thema AD(H)S für Eltern, Kindergärten oder Schulen nach  Absprache.


Kontakt